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Barenaue

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Bramsche / Kalkriese

Schloss Neu-Barenaue - Lindenallee (ND) - Wasserburg Alt-Barenaue
 

Wanderweg / ca 5,2 km
Fotos: 2004 - 2010


Wanderparkplatz:
Wanderparkplatz "Schloss Barenaue"

Adresse:
49565 Bramsche/Kalkriese
Ecke Venner Straße/Barenauer Weg/Barenaue

Kartenempfehlung:
Wandervolle Varus-Region

Einkehrempfehlung:
Varus-Deele
Venner Straße 67
49565 Bramsche-Kalkriese
Tel. 05468 / 9736

 

Diese Rundwanderung in Kalkriese, dem vermuteten Gebiet der Varusschlacht, besteht aus einer Kombination von Teilen des Themenweges Barenaue und des Rundwanderweges Alt Barenaue. Der Asphaltanteil (kleine kaum befahrene Wege) ist zwar recht hoch, dafür entschädigen aber die Sehenswürdigkeiten an der Strecke und die aufgestellten Infotafeln mit vielen interessanten Details.
Und im Winter - bei schneebedeckten Wegen - besteht der Untergrund eh aus Schnee, mal vollkommen unberührt, mal spiegelglatt überfroren. Ihren Reiz hat diese Gegend zu jeder Jahreszeit.

HIER klicken und es geht zur Galerie mit den Fotos der Infotafeln der Stadt Bramsche. Dort das gewünschte Foto anklicken und es erscheint in lesbarer Größe. Ein nochmaliges Anklicken verkleinert es wieder.

 
Schloss Neu Barenaue und Eiskeller

Das Schloss Neu Barenaue wurde zwischen 1857 und 1862 im Auftrag der Familie von Bar vom hannoverschen Baumeister Hunaeus erbaut. Es handelt sich um ein zweistöckiges repäsentatives Herrenhaus am Fuße des Kalkrieser Berges. Zu diesem Neubau kam es, da ein Ausbau des vorhandenen kleinen Wohnhauses auf dem Gelände der Wasserburg Alt Barenaue nicht ratsam erschien. Durch die unmittelbare Lage am Moor war hier zum einen der Baugrund für eine Erweiterung nicht geeignet, außerdem herrschte dort ein Mangel an Trinkwasser.
Zum Schloss gehören Garten und Parkanlagen, die mit der freien Landschaft wie selbstverständlich verschmelzen. Gräfte (Wassergräben) wurden keine mehr angelegt. Weder brauchte man sie zur Verteidigung noch fanden sie als Stilelemente im Park Verwendung. Dafür gibt es einen kleinen Teich und einen Springbrunnen und heute viele alte Bäume.
Allerdings haben wir im Dezember auf den Rundweg durch den Parkbereich verzichtet, da durch den frischen Schneefall für uns hier keinerlei Wege erkennbar waren.
Von der ursprünglichen Möblierung des Herrenhauses ist leider kaum noch etwas vorhanden. Sie wurde im 2. Weltkrieg von den Besatzungsmächten bis auf die Wandschränke verfeuert.
In den Nachkriegsjahren wurde Schloss Neu Barenaue als Altenheim genutzt, heute besteht es aus mehreren privaten Wohneinheiten. Von daher ist nur eine Außenbesichtigung möglich.
Zu sehen gibt es dabei auch das ehemalige Funktionsgebäude. Hier standen die Pferde und Kutschen, hier schliefen die Kutscher, hier wurde Brot gebacken und Brennholz gelagert.
Vor dem Gebäude steht eine mächtige Eiche, "Klingeleiche" genannt, denn an ihren Ästen hing eine Glocke, mit der zum Dienst geläutet wurde.

Die Eiche gibt es noch, die umfangreiche Münzsammlung, die Graf Heinrich Sigismund von Bar (1655-1721) begründete, wurde jedoch während der Besatzungszeit entwendet und blieb bis heute größtenteils unauffindbar. Die römischen Münzen wurden seit 1692 beim Beackern der Felder dieser Gegend entdeckt und bei der Familie von Bar abgegeben, die dafür einen Finderlohn versprochen hatte. Schon früh wurden diese historischen Funde interpretiert (HIER bei Wikipedia nachzulesen).
Im Laufe der jüngeren Geschichte wurden seit 1987 weitere bedeutende Funde gemacht, die die These, dass in diesem Gebiet die Varusschlacht stattgefunden haben könnte, zu erhärten scheinen. In jedem Fall lohnt sich ein Besuch im nahe gelegenen Museum und Park Kalkriese / Varusschlacht im Osnabrücker Land.

Wir verlassen das Schloss Neu Barenaue und machen uns auf den Weg zum alten Familiensitz, der Wasserburg Alt Barenaue.
Dazu müssen wir den Mittellandkanal (Baubeginn 1906) überqueren, der jetzt das einst zusammenhängende Gebiet teilt. Der Wegweiser zum Eiskeller ist eindeutig, der Weg weniger. Er musste von uns erst gespurt werden. Den Eiskeller selber haben wir vor lauter Eis und Schnee übersehen. Es soll sich um einen gemauerten, mit Erde bedeckten Lagerraum handeln, in dem früher im Winter das Wildbret auf Eisblöcken tiefgefroren wurde. 
 
Naturdenkmal Lindenallee Barenaue (Bramsche)


Diese ausdrucksstarke Lindenallee (Naturdenkmal) führt direkt zur Wasserburg Alt Barenaue. Ihre charakteristischen sich nach außen neigenden alten Linden sind Auslöser so mancher Geschichte.
So erzählt man sich, dass sich früher die Ritter nach ihren Trinkgelagen an den Bäumen abgestützt haben, um nicht in den Graben zu fallen. Dabei hätten sie die Stämme nach außen gedrückt.
Wie man oben auf den Fotos sieht, könnten aber auch durchaus Hunde die Übeltäter gewesen sein, frei nach dem Motto: "Was ein Ritter kann, schaff ich schon lange".
In der Realität allerdings ist der schräge Wuchs eher darin begründet, dass sich die Bäume langsam nach außen neigen, weil ihre Wurzeln abseits vom festen mit Sand aufgeschütteten Damm keinen Halt in dem Moorboden finden.

 
Wasserburg Alt Barenaue und Ortschaft (Bramsche)

Die Wasserburg Alt Barenaue wird 1305 das 1. Mal urkundlich erwähnt. Sie wurde vermutlich als Rittersitz mitten im Moor angelegt. Nicht der jetzige künstlich angelegte Dammweg führte zu ihr, sondern nur ein schmaler fester Weg durch eine andere tiefere Stelle. Diese einzige Verbindung mit dem festen Land konnte allerdings jederzeit durch das Stauwasser des Moores überschwemmt werden.
Wie die Burg selber ausgesehen haben mag, lässt sich vermuten, da ein alter Silberbecher erhalten ist, dessen Deckel mit einer plastischen Darstellung der Burg ausgestaltet ist. Danach war die Burg kreisrund. Ein Zaun aus dicken Holzplanken und der umgebende Burggraben dienten dem Schutz. Durch ein bewehrtes Tor im Plankenzaun ging es zum Burghof mit einem festen Turm als Mittelpunkt. Daneben ein einfaches Wohnhaus und in einigem Abstand Wirtschaftsgebäude und eine kleine Kapelle. Ähnlich mögen viele älteste Osnabrücker Wasserburgen gebaut worden sein. (Quelle: Rudolf von Bruch "Die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück", Seite 311)
Die ursprüngliche Burg brannte allerdings mit Ausnahme des Turmes 1651 ab. Aber auch dieser wurde 1661 zugunsten eines Wiederaufbaus der Burg abgerissen. Der Neubau wurde von Nikolaus Herbord de Bar 1658 begonnen und im Laufe der Geschichte erweiterte die Familie von Bar die Anlage beständig entsprechend der jeweiligen wirtschaftlichen und politisch repräsentativen Erfordernisse.
Die pittoresken Reste der barocken ehemals vierflügeligen Schlossanlage sind noch heute zu erkennen. Daneben wirkt das im Stil des Klassizismus erbaute Herrenhaus sichtbar schlicht und bescheiden.
Charakteristikum von Alt Barenaue aber ist in jedem Fall der Torturm mit dem Wappen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das zeigen sollte, dass es unter dem Schutz des Kaisers stand.
Nach dem Umzug der Familie von Bar in das Schloss Neu Barenaue wurde die alte Burg noch eine Zeit als Witwensitz genutzt und dann bis in die heutige Zeit hinein vermietet.

Wir stapfen durch den Schnee auf der Lindenallee zurück, vorbei an der alten Ortschaft, die auf der Infotafel schön erklärt wird. Es handelt sich um die Ansiedlung alter Heuerhäuser, hauptsächlich aus dem 18. Jh., in denen die Handwerker und Heuerleute wohnten und z.T. noch heute deren Nachfahren, wie wir in einem netten Klönsnack mit einem alten Bewohner erfahren. Die damals 25 Häuser wurden nach den Berufen der jeweiligen Bewohner benannt. Einige Häuser sind noch heute erhalten. Auf dem Foto oben z.B. das Pastorenhaus. Die Lage der weiteren Häuser (Seifenhaus, Schmiede, Jägerhaus, Töpferei, Schneiderhaus, Weberhaus, ...) ist in dem Lageplan auf der Infotafel eingezeichnet. Das älteste Bauwerk aber ist das Steinwerk aus dem Jahre 1413. Auf das Erdgeschoss aus Bruchsandsteinen mit noch erkennbarem jetzt zugemauerten Rundbogen ist das weiß verputzte Obergeschoss gefügt. Früher waren hier die Bibliothek und das Weinlager untergebracht.
Vor dem Steinwerk steht die bereits im Stamm geborstene mehr als 350 Jahre alte Gerichtslinde. Barenaue besaß die Niedere Gerichtsbarkeit. Unter der Linde fanden die Markengerichte statt. Vermutlich wurde der Baum zur Erinnerung an den Friedensschluss (1648) des 30-jährigen Krieges gepflanzt.
 
Bramsche - vereister Kanal - Frachter


Weiter führt der Weg am Mittellandkanal entlang. Auch hierzu gibt es Infos auf einer Thementafel am Weg. Ein Frachter tuckert langsam durch die Eisschollen, wir wandern ein wenig schneller, überqueren die Kanalbrücke, gehen auf direktem Wege zurück zum Parkplatz und freuen uns nach dieser interessanten Wanderung auf einen heißen Tee.

 


 
 
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