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Hollandskopf - Pfaffenkammer (Höhle) - Luisenturm

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Borgholzhausen

Hollandskopf - Pfaffenkammer (Höhle) - Luisenturm

 

Start
Wanderparkplatz "Luisenturm"
Peter-Eggermont-Straße
33829 Borgholzhausen


Charakter/Anspruch
XX
Y

ca 6,1 km
187 Höhenmeter

Waldwege und Pfade

Besonderheiten

Hollandskopf
Pfaffenkammer (kleine Kalksteinhöhle)

Luisenturm (Aussichtsturm)


Einkehr
Gaststätte Luisenturm-Hütte

 

Juni 2013 (aktualisiert im April 2016)
 
Den Trackverlauf dieser Wanderung können wir inzwischen (2016) leider nur noch begrenzt weiter empfehlen. Einige Teilbereiche der vorgeschlagenen Wege sollen - besonders im Sommer - inzwischen stärker zugewachsen sein. In Ansätzen war dies auch 2013 schon der Fall. Über konkrete Rückmeldungen würden wir uns freuen. Und vielleicht finden wir ja auch die Zeit, diesen Track selber nochmals zu erwandern und gegebenenfalls zu ändern.
 
Borgholzhausen - Hollandskopf
 
Vom Parkplatz aus geht es zunächst hoch zum Hollandskopf. Zur Zeit des Kalten Krieges gab es hier eine Nato-Radarstation, um feindliche (sowjetische) Bomber zu erfassen. Aber nicht nur das, hier war auch die Feuerleitstelle positioniert, u.a. um von hier aus atomare Nike-Flugabwehrraketen zu steuern, um Bombengeschwader abwehren zu können.
Die Flugabwehrraketen und entsprechende Sprengköpfe, auch atomare, waren auf dem gegenüberliegenden Sundernberg stationiert. Diese Stellung Borgholzhausen stand ganz unter der Kontrolle der Amerikaner. Die Stellung wurde im März 1988 aufgegeben. Im Ernstfall wäre die hiesige Bevölkerung von den Nuklearexplosionen in großer Höhe direkt betroffen gewesen.  (Quelle: Atomwaffen A-Z)

Kriege sind immer menschenverachtend. Was damals streng geheim ablief, wird heute mehr und mehr aufgearbeitet.
Im Haller Kreisblatt wird in einer Serie zum Kalten Krieg vieles aufgedeckt, was damals hier in Borgholzhausen passierte:
Haller Kreisblatt / Kalter Krieg
 
Das Gelände ist zwar noch immer eingezäunt, dient heute aber der Stromerzeugung. Eine Schautafel informiert über die Windkraftnutzung.
Auch Besichtigungen durch Gruppen sind möglich. Informationen dazu gibt es unter Tel. 0172/5210711 (bei Frau Susanne Ihde) oder über die Homepage der Ergo Nova, Gesellschaft für regenerative Energien http://www.ergo-nova.de

 
Infotafel am Hollandskopf - Borgholzhausen

Windenergie für Borgholzhausen

In den Jahren 1996 und 1997 wurden hier auf dem Gelände der ehemaligen Nato-Radarstation zwei Windkraftanlagen vom Typ Enercon E-40 mit je 500 kW Nennleistung errichtet.

Im März 2012 wurden diese beiden Anlagen durch eine Enercon E-82/E2 mit einer Nennleistung von 2300 kW ersetzt.
Der produzierte Strom wird in das Netz der RWE eingespeist und liefert Energie für ca. 1600 4-Personen-Haushalte mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 4000 kWh pro Jahr.
Das entspricht dem Bedarf von ca. 80% der Einwohner Borgholzhausens.

Bei der Erzeugung der gleichen Menge Strom in einem Braunkohlekraftwerk werden ca. 5000 t CO2 (2,5 Mio m³) freigesetzt.
Damit könnte man 1,02 Milliarden Luftballons füllen. Unter der Annahme, dass diese Ballons nebeneinander liegen, würde die Reihe 6-mal um den Äquator reichen ...

 
Borgholzhausen - Pfaffenkammer (Höhle)
 
Wir wandern weiter und möchten natürlich die "Pfaffenkammer" finden. Es handelt sich um eine Spalthöhle aus Kalkstein, die einer Sage nach von den ersten Christen in dieser Gegend genutzt wurde, um sich vor den Überfällen der Heiden zu schützen. Bis nach Herford soll man durch die Höhle gelangt sein. Andere Sagen lassen die Höhle bis nach Dissen reichen oder bis zu den Gertrudenberger Höhlen in Osnabrück.
Orpheus aus der Unterwelt lässt grüßen. wink
All die mit ihm verbundenen Mythen haben offensichtlich bei den Menschen die Vorstellung erzeugt, dass unterirdische Gänge miteinander verbunden sein müssten. Dieser Glaube wurde weitererzählt und findet sich so in abgewandelter Form auch in der heimatlichen Sagenwelt wieder, vermengt mit geschichtlichen Ereignissen und tatsächlich vorhandenen Orten.

Solch ein geheimnisvoller Ort ist auch die kleine Kalksteinhöhle, "Pfaffenkammer" genannt. Diese gibt es tatsächlich. Ein schmaler Pfad führt uns dorthin. Nach ca 100 Metern ist der Höhleneingang erreicht. Dieser ist ca 1,5 Meter breit, "der leicht abwärtsführende Höhlengang ist etwa 50 bis 80 cm hoch und gestattet nur eine kriechende Fortbewegungsweise" (Hans Morlo, Höhlenforscher). Ca 12 Meter weit soll man heute in die Höhle kriechen können.
 
Pfaffenkammer bei Borgholzhausen Gut, dass uns unser Hund bei dieser Wanderung begleitete und sich todesmutig in die Höhle wagte. Allerdings scheint Ayla Schreckliches entdeckt zu haben ... Ob es der Geist oder die Knochenreste des Riesens und seines Hundes waren? Wir haben es nicht genauer erforscht, sondern gingen den Pfad das Stück wieder zurück, um unsere Wanderung fortzusetzen.
 
Wer jedoch nachlesen möchte, was die Sage "Von der Pfaffenkammer und der Rethwelle" zu berichten weiß, der folge dem gesetzten Link. Der Heimatdichter Georg Brinkmann aus Wellingholzhausen (1850 - 1926) schrieb diese Sage nieder. So ist sie noch heute bekannt und gefällt noch immer auch durch ihren ganz speziellen Gruselfaktor.
Und vielleicht hat der ein oder andere Wanderer Lust, nach der Pfaffenkammer nun auch die anderen Orte zu erwandern, die in der Sage erwähnt werden - auch das ist mit unseren Wandervorschlägen möglich.

#Rethwelle (heute: Große Rehquelle)  #Dietrichsburg  #Ravensburg (=Burg Ravensberg)
 
Borgholzhausen - Wanderung
 
Im weiteren Verlauf der Wanderung mussten wir dann feststellen, dass der Riese, von dem die Sage erzählt, wohl doch noch in diesem Gebiete so manches Mal sein Unwesen treibt. Wo waren die Wege geblieben, die in der Karte noch eingezeichnet sind? Und wo führen die Wege hin, die nicht eingezeichnet waren? So manches mal erwiesen sie sich sprichwörtlich als "Holzweg", das heißt, sie führten nicht weiter. Aber wir konnten den Riesen überlisten. Es gelang ihm nicht, uns zu fangen und zu verspeisen. Wir entkamen dem Wegelabyrinth und erreichten auf dann wieder gepflegten Wanderwegen schließlich den Luisenturm.
 
Borgholzhausen - Luisenturm
 
Nein, nicht nach meiner Großtante Luise ist der 19,50 Meter hohe Aussichtsturm auf der Johannisegge (291m ü. NN) benannt, sondern nach der preußischen Königin Luise (10. März 1776 - 19.Juli 1810). Die Gemahlin des Königs Friedrich Wilhelm III von Preußen starb sehr jung, wurde schon zu Lebzeiten verehrt und danach zum Mythos.  Diese Zeiten sind zwar vorbei, aber sie wird sicher immer eine sehr interessante geschichtliche Persönlichkeit bleiben, was sich auch anläßlich ihres 200. Todestages im Jahre 2010 zeigte.

Nicht anders ist es mit diesem Luisenturm, der ebenso wie die Wandergaststätte vom Heimatverein Borgholzhausen errichtet wurde.
Der damals noch Verschönerungsverein Borgholzhausen genannte Heimatverein wurde am 10. März 1893, dem Geburtstag der Königin Luise im 100. Jahr nach ihrer Hochzeit gegründet. Der 1. Turm wurde am 9. April 1893 eingeweiht, der 2. Turm dann 1924. 1938 zeigte sich dann, dass der Turm einem Ansturm von 500 Ausflugsgästen aus Bielefeld nicht standhielt, die oberste Etage stürzte ein. 1945 wurde der Turm vollständig zerstört. Ob er von den fliehenden Truppen der deutschen Wehrmacht (Der Turm diente als Aussichtsposten) in Brand gesteckt wurde oder von den durchziehenden amerikanischen Truppen, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen. 1953 wurde der 3. Turm errichtet und dieser dann im Jahre 1991 durch einen neuen 4. Turm ersetzt. (Quelle: Heimatverein Borgholzhausen e.V.)

89 Stufen und wir haben die Aussichtsplattform erreicht. Belohnt werden wir mit einem herrlichen Ausblick über das Ravensberger Hügelland, die Münstersche Tiefebene, das Wiehengebirge und das Weserbergland. Sogar die Höhen des Sauerlandes sollen an klaren Tagen zu sehen sein.
Und wer möchte, genießt hier oben über die CultureApp den kurzweiligen Audio-Beitrag zum Luisenturm und wieder unten angekommen einen zünftigen Imbiss in der Hütte.

 


 
 
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Dafür möchten wir um Verständnis bitten. Natürlich freuen wir uns, wenn uns solche Veränderungen über das
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