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Tecklenburger Hexenpfad

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Tecklenburg

Tecklenburger Hexenpfad
 

Wanderweg / ca 5 km
Fotos: Dezember 2011

Wanderparkplatz:
Chalonnes-Platz am Rathaus
(kostenloses Parken)

Adresse:
49545 Tecklenburg
Ecke Kahler Berg/Howesträßchen

Wegezeichen:

Tecklenburger Hexenpfad - Wanderzeichen Hexe

Kartenempfehlung:
KVplan >freizeit<
Tecklenburg mit den Ortsteilen Brochterbeck, Ledde und Leeden

Einkehrempfehlung:
mehrere Möglichkeiten in der Altstadt

 
Der Tecklenburger Hexenpfad ist ein offizieller Wanderweg mit sagenhaften Stationen, besonders geeignet auch für kletterbegeisterte Kids.
 
Tecklenburg - Marktplatz - Weinberg - Legge
 

Ausgangspunkt ist das "Haus des Gastes" am Marktplatz. Von hier aus dem Hexenzeichen folgen : durch die Legge (Hier wurde zwischen 1660 und ca. 1850 handgewebtes Leinen zur staatlichen Prüfung ausgelegt) hindurch Richtung Burg. Der Weg ist gut ausgezeichnet und führt in ständigem Auf und Ab an den 5 zum Hexenpfad gehörenden Sehenswürdigkeiten vorbei. Diese sind jeweils als S1, S2 - S5 gekennzeichnet.
Sehenswürdigkeit S1 ist das "Krönchen", die östliche Burgruine der alten Tecklenburg. Die Burg wurde trotz einiger Belagerungen nie erobert und zerstört. Dass dennoch nur Mauerreste übrig sind, liegt daran, dass die alten Verteidigungsburgen durch die Entwicklung modernerer Waffen nicht mehr notwendig waren. So fanden sie als Steinbruch für neue Häuser im Schutze der alten Burganlage Verwendung.

 
tecklenburg wierturm hexenküche
 

Sehenswürdigkeit S2 ist der Wierturm. Er wurde 1884 als erstes Denkmal in Deutschland für einen Bekämpfer des Hexenwahn errichtet. Johannes Weyer (Jan Wier) war Arzt und schon damals zur Zeit der Hexenverfolgungen ein mutiger Kämpfer gegen den Hexenhammer. Er starb am 24. Februar 1588 in Tecklenburg.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch folgende theologische (ev. luth.) Stellungnahme zur Hexenverfolgung. HIER klicken!

Der weitere Weg führt vorbei an Rebstöcken. 100 davon wurden am 14. Mai 1987 hier am Tecklenburger Burgberg von der damaligen Weinkönigin angepflanzt. Zuletzt hatten hier die Tecklenburger Grafen im Mittelalter Wein angebaut. So verwundert es auch nicht, dass die angrenzende Straße "Am Weingarten" heißt.
Diese überqueren wir und steigen steil hinab in die Hexenküche mit dem Hexentanzplatz und den Teufelsspuren in den Klippen. (Sehenswürdigkeit S3) Auf der Rückseite der Felsformation geht es wieder hinauf , ein wenig noch an der Straße entlang und dann links ab in die Felsenstiege.

 

Die Hexenküche

«Dieser mächtige Felsen hat mehrere Namen. Die einen sagen Teufelsklippen, die anderen Hexenküche. Seltsame Namen für einen großen Felsbrocken, werdet Ihr denken.
Ich erkläre Euch, wie es dazu kam. Nicht alle Tecklenburger hörten damals auf den weisen Dr. Wier. Sie glaubten fest an Hexen, Teufel und Gespenster. Die abenteuerlichsten Geschichten erzählte man sich in vergangener Zeit über diesen Felsen. Hexen und Zauberer sollen sich nachts in der Felsenhöhle, die übrigens noch zu sehen ist, getroffen haben. Zur Mitternachtsstunde kamen sie auf Besenstielen aus der Umgebung herangeflogen, so wurde berichtet.
In dieser Höhle, der sogenannten Hexenküche, mischten die, die sich dort versammelt hatten einen Zaubertrunk. Hexen, Teufel und Gespenster feierten, tanzten ausgelassen und genossen das Zaubermittel. Wehe dem Menschen, der es wagte, diesem tollen Treiben zuzusehen. Durch schmerzhafte Krankheit und einen schnellen Tod sollte der ungebetene Zuschauer bestraft werden.
Zweifelsfrei eine Sage, ein Märchen!
Eine Geschichte mit einem wahren Kern? Geht den schmalen Treppenweg hinunter, macht Euch selbst ein Bild!
Die Höhle habt Ihr gefunden. Würde dort ein Feuer angezündet, könnte der Rauch durch die Höhlenöffnung nach oben abziehen. Eine "Küche" mit Abzug.
In einer Zeit ohne Radio, Fernsehen, elektrischen Strom, ohne Auto und Flugzeug saßen die Menschen an langen Winterabenden bei Kerzenschein am wärmenden Herdfeuer. Interessant war es sicherlich für Kinder, wenn spannende Geschichten erzählt wurden. Hört die folgende Geschichte, die damals in dieser Gegend den Kindern häufig vorgetragen wurde:

Eines Nachts hatte sich am Felsen der Hexenküche eine recht ausgelassene, wilde Gesellschaft getroffen. Der gerade dort vorbeikommende Graf hörte den höllischen Lärm. Er war wie gebannt. Vom Kirchturm schlug es zwölf zur Mitternachtsstunde. Ihn hielt nichts mehr zurück. Er musste einen einzigen Blick über die Felsenklippen riskieren. Seine Neugierde wurde ihm zum Verhängnis. Es sank von dem Jolen und Kreischen der Hexen wie betäubt nieder.
Am Morgen fanden ihn seine Diener am Felsen. Vorsichtig trugen sie den fest schlafenden Grafen zur Burg. Das Wehklagen war groß. Alle hielten den Grafen für tot, nur seine liebe Frau nicht. In der nächsten Nacht kleidete sie sich in ein weißes langes Gewand, nahm ein Kruzifix in die Hand und ging recht mutig zur mitternächtlichen Stunde betend aus dem Burgtor, dem Felsen entgegen. Dort angekommen, erdröhnte ein gewaltiger Donner. Ein Felsen zersprang und aus dem Spalt stieg hohnlachend der Teufel empor. Er streckte seine rußgeschwärzten Krallenfinger gierig nach der Gräfin aus. Die tapfere Frau wich nicht zurück. Sie betete laut und hielt dem Teufel das Kreuz vor seine hasssprühenden Augen. Wutentbrannt zuckte er beim Anblick des Kreuzes zusammen. Mit seiner Faust schlug er, und mit seinem Pferdefuß stampfte er zornig auf den Felsen. Der Teufel hinterließ dort bleibende Abdrücke. Heulend stürzte er sich vom Felsen in die Tiefe und damit in den Tod. Unter dem Eindruck dieses unglaublichen Geschehens trat die Gräfin rasch den Heimweg an. Schon die Torwache brachte die frohe, gute Nachricht. Der Graf lebt, er ist wieder aufgewacht. Der böse Zauber war somit für immer vorbei. Schaut Euch die Teufelsabdrücke oben auf dem Felsen an. Aber bitte klettert vorsichtig, wenn der Felsen nass ist. Ob der nach Pech und Schwefel riechende Teufel beim Anblick des Kreuzes dort wirklich abgesprungen ist, kann niemand genau belegen, es ist nur eine Sage.»

(zitiert aus der Broschüre der Tecklenburger Touristik GmbH zum Hexenpfad "Tecklenburger Hexenpfad - Die zauberhafte Welt der Märchen, Sagen und Spukgeschichten" - Text copyright: Rainer Budke)
 
Tecklenburger Hexenpfad: Roelants Grab - Heidentempel
 

Ab hier beginnt ein wunderbar verwunschener Wanderpfad.

Sehenswürdigkeit S4 ist Roelants Grab. Hierbei handelt es sich vermutlich um eine alte Grabkammer der Familie Roelant vom Gut Hülshoff aus Tecklenburg, die in den Sandstein geschlagen wurde. Türhaken am Eingang lassen darauf schließen, dass die Grabkammer früher mit einer schweren Tür verschlossen war. Schauerliche Geschichten wurden erzählt, wahrscheinlich, um die Jugend von diesem Ort fernzuhalten.
Das Stadtmuseum Ibbenbüren hat ausführliche Informationen zum Roelants Grab, zum Heidentempel und weiteren Felsgebilden bei Tecklenburg ins Netz gestellt. Einfach
HIER (PDF-Datei) klicken.

Von der Grabkammer ist es dann auch schon gar nicht mehr so weit bis zu einem weiteren Felsen, dem Heidentempel (Sehens-würdigkeit S5).
Es ist schon wie verhext - wo ist nur das Foto von den beiden Nischen im Felsen des Heidentempels geblieben? In der kleineren oberen Nische soll das Messer zum Töten der Opfertiere seinen Platz gehabt haben, in der darunter liegenden größeren Nische soll eine Schale zum Auffangen des Blutes gestanden haben. Das überschüssige Blut soll dann über die Rinne am Fuße des Felsens abgeflossen sein.
Im Mittelalter, nach der Christianisierung sollen die Nischen dann für ein Madonnenbild oder ein Kreuz und für das ewige Licht zur Marienverehrung genutzt worden sein.
Oder aber ist gar alles nur auf den Eifer eines Lokalpatrioten Ende des 19. Jahrhunderts zurückzuführen, der hier Hammer und Meißel angelegt haben soll?

Oder aber gibt es diese beiden Nischen etwa gar nicht?

Das werden wir noch nicht verraten, macht Euch selber auf den Weg und findet auch das, wovon es bis hierhin noch keine Fotos gibt: die Nischen im Heidentempel, die Teufelsspuren in der Hexenküche und als Krone dieser Hexerei auch noch das "Krönchen"!

Wir verraten an dieser Stelle nur eins. Nach dem Heidentempel stoßen wir auf den Hermannsweg und wandern auf diesem am
Bismarckturm
vorbei zurück nach Tecklenburg.

 
Tecklenburg Bismarckturm
 
Trotz trübem, zum Teil sogar regnerischem Wetter - dieser Wanderweg ist einfach zu schön, um ihn nur einmal zu gehen. Deshalb gibt es hier nun auch noch einen kleinen "Nachschlag" an Fotos von unserer Aprilwanderung 2012. Nun sind auch die Teufelsspuren, die Nischen und die Blutrinne, sowie die Tecklenburger Burgruine, das "Krönchen", zu sehen - nur der blaue Himmel fehlte noch.
 
Tecklenburger Hexenpfad: Burgrunine - Teufelsspuren - Nischen und Blutrinne
 
Aktualisierung vom 29.07.2013:
Inzwischen ist auch die Broschüre zum Hexenpfad in neuer Fassung wieder erhältlich. Sehr empfehlenswert.
Und einen Film vom Hexenpfad (WDR-Mediathek) gibt es seit dem 12.07.2013 ebenfalls.
 
DiMö (30.01.2012, 11:38)
toller, relativ kurzer wanderweg. auch mit kindern deshalb gut zu schaffen. auf nur 5 km viele sehenswürdigkeiten. burgruinen, türme und felsformationen. unser "Lütter" (3 1/4 Jahre) war völlig begeistert!

Das freut mich. Danke für die Rückmeldung und weiterhin viel Spass beim Wandern und auch sonst mit Eurem fitten "Lütten". Viele Grüße Hedi

 


 
 
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