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Augustaschacht - Silbersee

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Hasbergen/Hüggel

Gedenkstätte Augustaschacht - Kammweg - Silbersee - Teufels Waschbecken

 
Start
Parkplatz am Augustaschacht
Zur Hüggelschlucht 4
49205 Hasbergen
oder

Wanderparkplatz beim Gasthaus "Zum Jägerberg"
Zum Jägerberg 40
49170 Hagen


Charakter/Anspruch
XX
YY

ca 8 km
208 Höhenmeter

Waldpfade und -wege 

Besonderheiten

Gedenkstätte Augustaschacht
Silbersee
Hüggelhof
Teufels Waschbecken (Geocache)


Kartenempfehlung
Wanderkarte Georgsmarienhütte / Hagen a.T.W. / Hasbergen

Einkehrempfehlung
Gasthaus Jägerberg

August 2013
 

Der Augustaschacht wurde im Rahmen der Erzgewinnung für das Stahlwerk Georgsmarienhütte 1876 als Pumpenstation zur Wasserhaltung gebaut. Heute ist er Gedenkstätte: Gedenkstätte Augustaschacht

Denn 1940 bis 1943 wurde der Augustaschacht von der Wehrmacht als Lager für französische Kriegsgefangene genutzt.
1943 wurden osteuropäische Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen hier untergebracht.
Januar 1944 bis April 1945 fungierte der Augustaschacht als "Arbeitserziehungslager Ohrbeck"; "AZ" wie Arbeitszucht, auch als "KZ der Gestapo" bezeichnet. Mindestens 100 der Gefangenen kamen hier ums Leben.

Erst die Erforschung der grausamen Lagergeschichte durch den Osnabrücker Historiker Dr. Volker Issmer setzte den Prozess in Gang, diesen Ort als Gedenkstätte auszubauen.

Allein das Außengelände bietet durch die Informationstafeln und Kunstwerke zahlreiche Ansatzpunkte, sich näher mit diesem unmenschlichen Teil der Geschichte des Augustaschachtes und des Nationalsozialismus zu befassen. Während der Öffnungszeiten bietet die Dauerausstellung im Gebäude weitere ausführliche Informationen. Sonderausstellungen, Bildungsangebote und Veranstaltungen auf dem Gelände gehören zu den weiteren Angeboten.

Die Zeit heilt alle Wunden - ???
Nein, sie tut es nicht. Es kann nur gelernt werden, mit dem Schmerz zu leben.
Helfen kann dabei, miteinander herauszufinden, welche Mechanismen Menschen und Staaten dazu bringen, sich solche Wunden zuzufügen. Und herauszufinden, wie diese Mechanismen unterbrochen und durch friedliche Lösungen ersetzt werden können.

Das Laientheaterstück "Die Narben der Zeit - zwangsläufig gezeichnet" hatte hier Premiere. Beklemmende Szenen zeichneten es aus und die lauten Fragen am Ende: "Gibt es heute Zivilcourage? Wer schaut heute weg? Haben wir aus der Vergangenheit gelernt, ist so etwas heute undenkbar?" fordern zum Nachdenken heraus.
Bericht: NOZ vom 11.06.2012 (PDF)  und Film
(Berufsbildungswerk Osnabrücker Land e.V.)

Die Homepage der Gedenkstätte Augustaschacht - mit einem umfassenden Medienspiegel - bietet neben den erschreckenden geschichtlichen Tatsachen auch zahlreiche Beispiele für hoffnungsvolle Aktivitäten vor Ort.

 
Gedenkstätte Augustaschacht
 

Am Tag unserer Wanderung ist eine Gruppe von Menschen mit Ausgrabungsarbeiten beschäftigt. Im Rahmen des "Internationalen Workcamp Gedenkstätte" kommen jedes Jahr junge Erwachsene aus aller Welt hierher, um sich daran zu beteiligen. Ein ganz besonderer interkultureller Austausch.
"Freiwillige legen NS-Lagergeschichte frei" - Kreiszeitung vom 09.08.2013

Direkt hinter dem Schachtgebäude verlaufen die Eisenbahnschienen. Dort befand sich früher die Bahnstation, von der aus die Frauen und Männer zur Zwangsarbeit ins Klöckner-Werk Georgsmarienhütte transportiert wurden. Dort steht das von dem Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb erstellte Mahnmal und erinnert "an das Leiden derer, die ihr Leben verloren und derer, die überlebt haben", so ist u.a. auf der Infotafel an der ehemaligen Bahnstation zu lesen.

Wir verlassen jetzt die Gedenkstätte und wandern auf dem Waldrandweg (→23) weiter.

 
Kammweg im Hüggel
 
Nur ein kurzes Stück und auf der linken Seite ist ein Wall zu sehen, der den Holzlagerplatz zum Weg hin begrenzt.
Direkt hinter diesem Wall führt ein Pfad entlang und dann in den Wald hinein. (Achtung: Im Sommer kann der Einstieg für wenige Meter ein wenig zugewachsen sein).
Wir folgen dem Pfad und gelangen auf einen etwas breiteren markierten Wanderweg , der schöne Fernsichten Richtung Norden nach Osnabrück bietet. An den nächsten Wegegabelungen befinden sich Wegweiser. Zweimal folgen wir den Hinweisschildern "Silbersee", dann dem etwas versteckteren Wegweiser "Kammweg". Dieser führt uns als meist steiniger und wurzeldurchsetzter Pfad - so ganz nach unserem Geschmack - über den Kamm des Hüggels. Infolge der Sturmschäden durch Kyrill können noch viele wunderbare Aussichten gen Norden u.a. zum Piesberg über die bereits wieder aufgeforsteten Hänge genossen werden.

Wir folgen dem Kammweg allerdings nicht bis zum Bödigestein , sondern verlassen ihn schon zuvor abwärts Richtung Parkplatz Jägerberg.
 
Hüggel - Jägerberg
 
Nach einer gemütlichen Pause im Biergarten noch ein Blick Richtung Heidberg. Die wiederkäuenden Kühe im Schatten der Bäume strahlen eine wohltuende Ruhe aus.
 
Hüggel - Rund um den Silbersee
 
Weitere Station unserer Wanderung ist der Silbersee. Wir nutzen den Pfad auf seiner Nordseite und schon bald gelangen wir zu einer Infotafel.
Dort erfahren wir: Das kalkhaltige Gestein des Silbersees entstand u.a. aus Muschelschalen und wurde vor etwa 210 Millionen Jahren hier abgelagert. Damals erstreckte sich hier ein flaches Binnenmeer, in dem Meeresbewohner, u.a. auch Saurier lebten. Hier im Silbersee wurden auch die versteinerten Fußabdrücke eines Muschelkalksauriers gefunden.


Was wir heute allerdings nicht sehen, ist der SEE!
Bei dem "Wasserfoto" oben handelt es sich nämlich um eine alte Aufnahme vom 10. April 2011. Bei unserer Wanderung am 9. August 2013 ist der ehemalige Kalksteinbruch völlig trocken gefallen.
Später, auf der Felsrippe, bei den Mauerresten der Verladestation der ersten Seilbahn, lesen wir auf einer Infotafel nicht nur Informationen zum Bergbau am Silbersee, sondern hier erfahren wir auch etwas zum wechselnden Wasserstand des Silbersees:
 
"So herrschte am Kalksteinbruch Silbersee bis in die 1930er Jahre noch reges Arbeitsleben.
Nachdem die Kalkvorkommen abgebaut waren, füllte sich der rund 25 Meter tiefe Steinbruch mit Grundwasser und kam wegen des leicht silbern schimmernden Wassers zu seinem Namen Silbersee. In manchen Zeiten wurde der See sogar zum Baden genutzt, jedoch schwankt der Wasserspiegel ständig. Die Ursache ist bis heute ungeklärt." (Kultur- und Verkehrsverein Hasbergen e.V.)
 
Bevor wir jedoch zu dieser Felsrippe gelangen, genießen wir von einer Bank aus den Blick nach unten in den Silbersee-Kalksteinbruch. Deutlich ist ein zeltförmiges Dach am Boden der Steilwand zu sehen. Hier befindet sich das Mundloch zu einem ca 250m langen Bergwerksstollen. Dieser Stollen ist, wie auch die weiteren Mundlöcher im Hüggel, mit Gittern abgesichert und dient im Winter den Fledermäusen als Quartier: TERRAvita-Projekt: Stollenführungen
Informationen zum ehemaligen Erz- und Kalkabbau im Hüggel, einschließlich der Stollen: GAG Grubenarchäologische Gesellschaft
 
Wir verlassen den Silbersee und wandern weiter auf dem südlichen Hüggelwanderweg Richtung Hüggelschlucht mit Ausblicken Richtung Hagen.
 
Hüggel - Hüggelhof
 
Bei der Wanderhütte halten wir uns rechts. Nun geht es durch einen hohen Fichtenwald weiter Richtung Hüggelhof, der kurz nach den Fischteichen sichtbar wird. Wir umrunden den Hof in einem weiten Bogen und gelangen zur Straße "Zur Hüggelschlucht".
 
Der Hüggelhof ist ein sehr alter Hof, der bereits 1180 n.Chr. urkundlich erwähnt wurde. Schon in den alten Hüggelsagen kam er vor. Über einen so langen Zeitraum ist eine wechselvolle Geschichte bis in die Gegenwart hinein nur zu natürlich. Das gilt besonders auch für kritische geschichtliche Epochen, wie z.B. auch in der nahen Vergangenheit, der Zeit des Nationalsozialismus.
Es gibt - wie so oft bei diesem Thema - sehr widersprüchliche Aussagen zum Geschehen auf dem Hofe, aber auch das gehört zu dieser Zeit. Es ist nicht alles immer nur Schwarz-Weiß, es gibt auch viele Farbtöne dazwischen.
Aber jetzt die alte Sage, frei nacherzählt:
 
Vor langer Zeit lebten im Hüggel in den Höhlen des Berges Zwerge, u.a. Sgönaunken genannt. Diese schmiedeten so manche Geräte, die die Hüggelbewohner damals gut gebrauchen konnten. Zum Beispiel Pflugeisen oder Brandroste. Sehen ließen sich sich allerdings nie. So gab man seine Bestellung auf, indem man das Gewünschte auf einen Zettel schrieb und diesen auf einen Tisch vor die Höhle legte. Am nächsten Tag lag dann das Bestellte dort und daneben ein Zettel mit dem Preis. Aber nur an ganz bestimmten Wochentagen durfte man zur Höhle gehen.

Auch der Hüggelmeyer vom Hüggelhof gab  bei den Sgönaunken eine Bestellung auf. Ein Pflugeisen. Statt am nächsten Tag aber den verlangten Preis zu zahlen, wurde er übermütig und "makete sin Behoves" (seine Notdurft) auf den Tisch und verschwand geschwinde auf seinem schnellen Pferd, wohl merkend, dass etwas hinter ihm her war. Man erzählt, es habe sich um ein glühendes Rad oder auch Pflugeisen gehandelt, begleitet von dem Ruf, er solle "wiederkieken".
Der Hüggelmeier hörte aber nicht darauf, sondern raste zurück auf seinen Hof.
Sein Pferd setzte mit einem gekonnten Sprung über die Untertür auf die Diele. Das glühende Eisen aber traf den Türpfosten. Die verkohlte Stelle war noch lange Zeit sichtbar.
Der Bauer hatte sich so zwar gerettet, jedoch erklang vor der Tür eine Stimme, dafür sollte noch der neunte Hüggelmeyer büßen.
Und so sollte es auch kommen, denn der Bauer und seine Nachkommen hatten viel Unglück bei der Bewirtschaftung des Hofes. Jetzt sind sie auf dem Hofe aber wohl längst über die neunte Generation hinaus, denn es geht ihnen recht wohl.
Quelle: Osnabrücker Sagenbuch von Ludwig Schirmeyer
 
Auffällige Bauten sind in jedem Fall das alte Steinwerk und die Villa, die der Hofeigentümer Julius Hüggelmeyer (1851 - 1925) als Alterswohnsitz erbaute. Julius Hüggelmeyer hatte es unter widrigsten Verhältnissen geschafft, den Hof zu erhalten, zu entschulden und zu erneuern. U.a. auch in der Saatgut-, Hühner- und Schweinezucht machte er sich für die Landwirtschaft sehr verdient, so dass er 1910 zum Königlichen Ökonomierat ernannt wurde.

Das Medienzentrum Osnabrück hat in seiner Reihe: Arbeitswelten - "Auf dem Lande" einige der selten fotografisch festgehaltenen ländlichen Arbeitsszenen aus dieser Zeit veröffentlicht. Darunter auch ein Foto vom Hüggelhof vor 1914.
Es zeigt einen Arbeitseinsatz der Heuerleute beim "Plaggenschälen".
 
Hüggelhof und Teufels Waschbecken
 
Wir queren die Straße "Zur Hüggelschlucht" und wandern weiter geradeaus recht steil bis oben auf den Bergrücken des "Domprobst Sundern". Er ist  zerklüftet und von vielen Pfaden durchkreuzt. Hier wurden Sandsteine gebrochen, die sehr gefragt waren und in vielen umliegenden Bauten und als Mühlensteine Verwendung fanden. Der Steinbruch war zwar im Besitz des Domkapitels, wurde aber von der Stadt Osnabrück betrieben, die ihn bis 1625 gepachtet hatte.
Dieser Steinbruch ist auch als des "Teufels Waschbecken" bekannt. Ein kleiner Abstecher nach links bringt uns direkt dorthin. Ein idealer Ort für einen Cache, der sich auch ohne zu kraxeln recht gut finden lässt.

 
Geocaching: Teufels Waschbecken
Anmerkung: Auch unser Navi "sprang" hier im Steinbruch des "Domprobstes" heftig hin und her. Der devil war unseres Wissens aber nicht daran beteiligt. Dennoch lässt sich der Cache natürlich finden - was auch die vielen Eintragungen vor Ort beweisen.

Geocaching ist halt ein schönes "Spiel im Wald". Allerdings kein Waldbrettspiel. Sondern letzteres ist der Name eines unauffälligen, aber recht häufigen Schmetterlings, der passenderweise ganz in der Nähe Sonne tankte.
Wir gehen jetzt den kleinen Abstecher zurück und folgen einem gut sichtbaren Pfad geradeaus, dann schräg links hinunter zur Wanderhütte am Georgsmarienhütter Null-Weg.
 
Schöner Aussichtspunkt auf Holzhausen
 
Hier genießen wir in östlicher Richtung einen wunderschönen Blick über Holzhausen. Und Richtung Norden ist trotz des Dunstes noch gut der Piesberg und die ehemalige Caprivikaserne in Osnabrück zu erkennen.

An dieser Stelle nehme ich mir auch vor, zu Hause zu googlen, um welche Art es sich bei den wundervoll gezeichneten orange-schwarzen Schmetterlingen handelt. Diese tummelten sich nämlich gleich zu mehreren über den blassrosa Blüten des Wasserdostes und einer von ihnen ließ sich auch ablichten. Ob er ahnte, dass wir noch niemals mit Angehörigen seiner Art Bekanntschaft gemacht haben? Nun, dieser Falter scheint ein vornehmer Herr zu sein. Arbeitskleidung reicht ihm nicht, es muss schon ein Kaisermantel sein. Er ist ein typischer Waldfalter, besonders geschützt durch das Bundesnaturschutzgesetz.

Ab der Wanderhütte geht es über den Hauptwanderweg in nordwestlicher Richtung weiter bis "Zur Hüggelschlucht". Hier queren wir das kleine Sträßchen und erreichen über den mit einer Schranke versehenen Weg den Holzlagerplatz.
An dieser Stelle einen herzlichen Dank an den Kreisforstverband Osnabrück (Eigentümer des Platzes) für die Erlaubnis, den Track über dieses Gelände zu führen. Gerne geben wir an dieser Stelle die Bitte weiter, den Platz beim Durchwandern sauber zu halten. Und hoffen natürlich, das dieses eine Selbstverständlichkeit ist, an die sich alle Wanderer auf allen Wegen halten. Wir verlassen den Holzlagerplatz dann rechts vom nördlich gelegenen Begrenzungswall und befinden uns wieder auf dem Wanderweg 23. Hier rechts abbiegen und die Gedenkstätte Augustaschacht ist wieder erreicht.
 
Gedenkstätte Augustaschacht

 


 
 
Eine kleine Bitte
Da wir nur allzu gerne immer wieder neue Wander- oder Fahrradtouren ausprobieren, ist es uns leider zeitlich nicht möglich, die verschiedenen älteren Wandervorschläge regelmäßig zu aktualisieren.
Vielleicht funktioniert deshalb so mancher Link nicht mehr oder es wird zu falschen Seiten weitergeleitet. Tracks können evtl. nicht mehr vollständig nachgewandert werden; z.B. wegen neuer Baugebiete, neu angelegter Straßen, zugewucherter Pfade, gesperrter Wege, ... Vorgeschlagene Einkehrmöglichkeiten, Wanderkarten wird es eventuell nicht mehr geben...
Dafür möchten wir um Verständnis bitten. Natürlich freuen wir uns, wenn uns solche Veränderungen über das
Kontaktformular oder Gästebuch mitgeteilt werden. Wir werden uns dann um eine Aktualisierung bemühen.
 
Wandern in und um Osnabrück / GPS-Touren und mehr
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