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Osnabrueck/Wallenhorst - Nettetal

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Osnabrück / Wallenhorst

Nettetal - Wassermühlen - Wittekindsburg - Kloster Nette
 

Wanderweg / ca 11 km
Fotos: 2003 - 2012


Parkplatz:
Parkplatz gegenüber der "Nackten Mühle"

Adresse:
49090 Osnabrück
Östringer Weg


Kartenempfehlung:
Freizeitkarte 1:50000 - Osnabrücker Land
Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald - Wiehengebirge (Nordteil)

Einkehrempfehlung:
Forellenzucht Haus Nettetal - Bistro
Am Forellenteich 19
49090 Osnabrück

Gasthaus Knollmeyer
Nettetal 4
49134 Wallenhorst

 
Osnabrück - Kreuzweg - Versuchsbauernhof Haste
 

700 m geht es zu Beginn auf der Rostocker Straße durch das Haster Wohngebiet, dann haben wir den Wald erreicht und wandern ein Stück weit auf dem Ruller Kreuzweg. Die einzelnen Stationen wurden von der Osnabrücker Keramikerin Ruth Landmann (1912-2008) gestaltet. (HIER Klicken)
Wir verlassen den Kreuzweg an der abgebildeten Station und wandern durch den Haster Berg Richtung Nettetal vorbei am landwirtschaftlichen Versuchsbetrieb Nettehof der Fachhochschule Osnabrück.

 
Wallenhorst - Klinik Nettetal
 

Beim Versuchshof gehen wir direkt am Zaun entlang und im weiteren Verlauf mehr oder weniger am Waldrand entlang bis wir durch den Hintereingang (grünes Tor) das Gelände der Fachklinik Nettetal (Rehabilitationsklinik für Suchterkrankungen) betreten. Der Leitgedanke der Klinik findet sich auch im äußeren Erscheinungsbild wieder, "dass jeder Mensch als Person einmalig ist, eine ihm von Gott gegebene unverfügbare Würde besitzt, und dass das Leben eines jeden Menschen ein Geschenk Gottes ist."

 
Osnabrück - Forellenhof Nettetal
 
Nun ein kleines Stück asphaltierte Wegstrecke und der an der Nette liegende Wanderparkplatz Nettetal ist erreicht. Hier können wir eine Einkehr im Bistro der Forellenzucht Nettetal nur empfehlen. Entspannung und Gaumengenuss pur besonders bei gutem Wetter draußen mit Blick auf die Fischteiche, das Federvieh und die Ziegen.
 
Osnabrück - Nettetal
 
Der weitere Wegverlauf führt durch den Wald direkt an der idyllischen Nette entlang. Wer ein wenig trittsicher ist, wählt den schmalen Pfad bergauf und bergab, der vom Hauptwanderweg rechts abzweigt und schließlich auch wieder auf diesen Hauptweg führt. Alternativ bleibt man einfach auf dem Hauptweg. Mit etwas Glück lässt sich der Eisvogel oder eine Wasseramsel beobachten, im Februar 2012 gaben sich hier mehrere Silberreiher ein Stelldichein.

Die Wassermühle im Nettetal (Knollmeyers Mühle) wurde vermutlich schon zur Zeit Karls des Großen (747 - 814 n.Chr.) gegründet. Die Wasser- und Staurechte wurden erstmals 1253 schriftlich erwähnt. Die Nettetalmühle gehört damit zu den ältesten Wassermühlen in der Osnabrücker Gegend. 1980 bis 1983 wurde sie originalgetreu restauriert und seitdem wurden die alten Steinmahlgänge vom Müller Martin Läer zur Herstellung von Vollkornmehlen aus kontolliert ökologisch angebautem Getreide genutzt.
Seit 2008 wurde die Mühle erneut saniert und wird jetzt wieder von Knollmeyer in Eigenregie betrieben. Bei ruhendem Mahlbetrieb wird die Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt.

Im direkten Umkreis der Wassermühle ist auch sonst viel los. Hier lässt es sich gut im Biergarten mit Sicht auf die Nette verweilen und der Klettergarten und Minigolfplatz laden die Besucher zu weiteren Aktivitäten ein.
 
Osnabrück - Nettehochwasser 27.08.2010
 
Wer nun meint, die Nette plätschert immer nur nett dahin, der täuscht sich. Die oberen Fotos geben einen kleinen Eindruck vom Hochwasser am 27. August 2010. Neben der Nette traten in Osnabrück besonders die Hase und Düte über die Ufer und führten zu großflächigen Überschwemmungen, weshalb Katastrophenalarm ausgerufen wurde.
 
Wallenhorst/Rulle - Wittekindsburg
 

Die Wittekindsburg allerdings lag schon immer hoch genug - unerreichbar für die Nette-Fluten.
Der Legende nach flüchtete der sächsische Adelige Widukind 783 in diese Burg, nachdem Karl der Große mit seinem Heer den Sachsen große Verluste zugefügt hatte. 785 gab sich Widukind geschlagen und ließ sich taufen.
Schriftliche Überlieferungen, dass Widukind tatsächlich in diese Burg bei Rulle geflohen ist, gibt es allerdings nicht. Es wird vermutet, dass dieses Gebiet den Erben des Sachsenherzogs gehörte und die Burg dadurch ihren Namen bekam. In jedem Fall aber diente sie wohl der sächsischen Bevölkerung in der Umgegend zur Zeit der Sachsenkriege (772-804) als Fluchtburg.
Heute sind die Ruinen mit der Wallanlage als Kulturdenkmal geschützt.

Geht man über den Parkplatz an Knollmeyers Mühle und überquert das Sträßchen "Im Nettetal", führen Wegweiser die Wanderer sicher zur Wittekindsburg hinauf. Um dann alle Ruinen vom Rundturm, quadratischen Turm und der Kernburg zu finden, muss man ein wenig suchen.

 
Osnabrück - Kloster Nette
 

Im weiteren geht es auf meist schmaleren Waldwegen zum Wanderparkplatz Bramheide und dann durch Feld und Wald bis zum Kloster Nette.
Der Osnabrücker Bischof Dr. Wilhelm Berning gründete im Jahre 1920 die Ordensgemeinschaft der "Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens". Damit gab er den jungen Frauen, die im 1. Weltkrieg während ihrer Vorbereitung der Missionstätigkeit interniert wurden, eine neue Gemeinschaft.
Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde ihr Mutterhaus in Meppen 1941 von der NSDAP beschlagnahmt. Jedoch erhält der Bischof Berning von der Gestapo Osnabrück die Genehmigung, dass sich die Schwestern auf dem bischöflichen Gut Nette aufhalten dürfen. Diese Genehmigung wird dann jeweils für 2 Wochen verlängert. 1946 wird entschieden, dass die Schwestern - auf eigenen Wunsch hin - nicht wieder ins Mutterhaus zurückkehren. Aus dem Gut Nette wird das Kloster Nette.
Die "Netter Schwestern", so werden sie hier in Osnabrück meist genannt, haben diesen schönen Flecken an der Nette einfühlsam gestaltet und sind sehr freundlich gegenüber Wanderern, die hier Besinnung suchen.
Bei einem Rundgang auf dem Klostergelände sollte es von daher selbstverständlich sein, diese Gastfreundschaft durch angemessenes Verhalten zu erwidern.

 
Osnabrück - Altes Nettebad hinter der Nackten Mühle
Das alte Nette-Freibad bei normalem Wasserstand und beim Hochwasser am 27.08.2010
 

Wir verlassen das Kloster und wandern am rückwärtigen Klostergelände entlang auf Feld- und Waldwegen (bei Regenwetter recht matschig) zurück zum Start. Abermals begleitet uns die Nette ein Stück des Weges und kurz bevor wir die Nackte Mühle erreichen, blicken wir auf mehrere "Teiche". Hier handelt es sich nicht etwa um Fischteiche, sondern um das alte Nette-Freibad aus dem 19. Jahrhundert, das noch bis nach dem 2. Weltkrieg bestand. Wie haben sich doch die Zeiten geändert!
Jetzt zählt sich das Nettebad nach den letzten Um-, bzw. Neubauten zu den drei größten und schönsten Sport- und Freizeitbädern in Niedersachsen.
Es soll jedoch durchaus etliche Osnabrücker geben, die dem 10m-Sprungturm und der Abkühlung im "Nordpolbecken" noch nachtrauern - ebenso wie den vorherigen moderateren Eintrittspreisen.

 
Osnabrück - Nackte Mühle
 

Die Nackte Mühle geht auf das Benediktinerkloster Gertrudenberg zurück. Nachdem die Brüder Bernhard und Wichard von Haste das jetzige Mühlengelände 1224 erworben hatten, plante das Kloster 1235 dort den Bau einer Wassermühle, die dann belehnt oder verpachtet wurde. Ihren Namen "Nakede Mühle" erhielt sie vermutlich, weil sie frei - ohne sie umgebende Bäume und Berge -im Felde stand.
Ab 1786 wurde die Mühle an Müller Böhne in Erbpacht vergeben. Seit 1846 bis heute ist sie im Besitz der Familie Böhne.
Die Mühle fungierte als Mahl-, Öl-, Boke- und Schnupftabakmühle, ca 1900 kam noch eine Sägemühle dazu. Getreide- und Sägemühle wurden noch bis 1967 von der Müllerfamilie bewirtschaftet. Darüber hinaus war von 1929-1945 hier das Kaffeehaus Nackte Mühle ein beliebtes Ausflugsziel.
Heute betreibt die Familie Böhne hier noch eine Futtermittelhandlung, seit 1981 wird die Mühle unter großem Einsatz und tatkräftiger Hilfe von außen beständig restauriert. Seit 1988 ist die Mühle an den Verein für Jugendhilfe e.V. verpachtet und bietet seit 1996 als technisch-ökologischer Lernort ein großes Angebot an Umwelt und Erlebnis orientierten Aktivitäten an.

 


 
 
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