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Burg Gretesch - Luestringen

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Osnabrück/Stadt

Minirunde durch den Lüstringer Berg
 

Wanderweg / ca 4 km
Fotos: Dezember 2011


Wanderparkplatz:
Parkplatz des Unternehmens Felix Schoeller

Adresse:
49086 Osnabrück
Burg Gretesch

Kartenempfehlung:
Openstreetmap in ausreichender Vergrößerung

 

Auf den ersten Blick ist diese Minirunde einfach ein Weg am Bach entlang, durch Wiesen, Felder und Wälder im Stadtrandgebiet von Osnabrück, im Stadtteil Darum/Lüstringen/Gretesch. So gut wie kein Asphaltanteil, Wiesenwege, Wirtschaftswege und Pfade. Und bei Regenwetter Gummistiefel, denn dann ist es neben dem Bachlauf matschig.

Auf den zweiten Blick begegnet uns wieder viel Geschichte, auf die ich hier nur ansatzweise oder durch Linkverweise hindeuten möchte.
Wie fast immer verraten allein die Straßennamen schon so einiges:
Burg Gretesch, Burgstraße, Wallhegge. Zum Mühlenbach, Grunerstraße, Am Hallenbad.

Wer heute die Burg Gretesch sucht und ein noch existierendes Burggebäude finden möchte, der wird vergeblich suchen. Aber viele Spuren wurden verfolgt und zu einem anschaulichen Bild zusammengefügt.

 
Osnabrück / Gretesch - Belmer Bach
 

Vom Parkplatz aus geht es erst einmal auf Wiesenwegen am Belmer Bach entlang.
Dieser fließt hier überwiegend begradigt.
Dazu gibt es eine Legende, nach der im Jahre 1810 800 Menschen bei Blasmusik und Volksfeststimmung ein 900 m langes neues Bachbrett gegraben haben, um den Belmer Bach zur Gruner-Mühle umzuleiten.
Wie auch immer, später wurden in diesem moorigen Gebiet zusätzlich noch tiefe Brunnen gegraben. Der Grundwasserspiegel sank dadurch, die oberen Moorflächen trockneten aus und verdichteten sich derart, dass sie gleich einer Folie kein Wasser mehr durchlassen. Die Folge sind kleine Teiche, die sich aus dem Niederschlagswasser in den Wiesen bilden. Vielleicht entsteht daraus in ferner Zukunft sogar wieder ein Moor? (Quelle: Verein für Bildung und Kultur in Belm e.V. / PDF-Datei)

 
Osnabrück / Lüstringen - Zauberwald auf dem Lüstringer Berg
 

Zum Zeitpunkt unseres Spazierganges ist Weihnachten - also eine märchenhafte Zeit. Dieser Umstand mag erklären, dass ich bei den beiden Gatterpferdchen unwillkürlich an Gorbunok, das Wunderpferdchen denken musste. Peter Jerschow gelang es mit diesem russischen humorvollen volkstümlichen Märchen (in Versform verfasst) alle im Lande zum Lachen zu bringen - die Seitenhiebe auf den Zaren und die Korruption in dessen Umgebung waren einfach gelungen.
Vom Wunderpferdchen zum Zauberwald? Nein, dieses Jahr wurde der Lüstringer Berg nicht weihnachtlich weiß verpackt und dennoch: Eine zauberhafte Stille begleitete uns auf den schmalen Pfaden. Weiße Baumpilze und ein Regentropfen auf der Linse, der auf dem Foto später einem in den Wald gefallenen Mond gleicht. Liegt nicht auch hierin ein Zauber?
Ja, ja, ... das alles gehört gar nicht hierhin. Zurück zur realen Ortsgeschichte.

 
Osnabrück / Gretesch - Unternehmen Felix Schoeller
 

Am Mühlenteich vorbei gelangen wir wieder auf die Straße Burg Gretesch mit Blick auf das Schoellergelände. Industrieromantik: Die alte Mühle neben dem hohen Schornstein, umrahmt von alten stilvollen Gebäuden. Und schon sind wir in die Zeit des Wunderpferdchens eingetaucht.
Erst Getreidemühle, dann Walkmühle. Diese kaufte Christian Siegfried Gruner auf und machte sie zur Papiermühle. 1812 begann er mit der Papierproduktion, Büttenpapier wurde hergestellt. Mit dem Verkauf des Werkes 1894 an Felix Hermann Maria Schoeller begann eine weitere sehr erfolgreiche Ära mit der Herstellung von Fotopapier. Gretesch war Dank der Gewerbesteuer eine reiche Gemeinde, die sich mit nur 1000 Einwohnern sogar ein eigenes Hallenbad leisten konnte. Das blieb jedoch nicht so. Aber die Straße Am Hallenbad zeugt noch von diesen Zeiten.
Schoeller selbst erlebte durch die Digitalfotografie einen starken Einbruch, der vielen Mitarbeitern den Arbeitsplatz kostete. Die Nachfrage nach Fotopapier sank extrem. Aber es ging weiter: Felix Schoeller Gruppe

 
Osnabrück / Gretesch - Belmer Bach
 
Bevor der Belmer Bach unter dem Schoeller-Firmengelände durch ein 200 m langes Rohrsystem hindurchfließt, ist er zu einem Teich aufgestaut. Am Ablauf des Teiches wird an einem Steilwehr das entnommene Kühlwasser wieder zurückgeführt. Das Klärwasser der Firma wird dann weiter unterhalb in den Belmer Bach eingeleitet. 500 m weiter schließlich mündet der Belmer Bach in die Hase. Die wesentlicheren Belastungen des Baches allerdings sind auf eine intensive Landwirtschaft zurückzuführen.
HIER (PDF-Datei) gibt es ausführliche naturwissenschaftliche Informationen zum Belmer Bach.
 
Osnabrück / Gretesch - Gefallenendenkmal der Fa Felix Schoeller
 

Zwischen Teich und Parkplatz findet sich eine weitere Besonderheit, ein fabrikeigenes Gefallenendenkmal (1./2. Weltkrieg) der Firma Schoeller. Das Fundament des Denkmals besteht aus 3 Läufersteinen von ehemaligen Kollergängen aus Basaltgestein. Diese dienten früher der Zellulose- und Altpapierzerkleinerung.

 


 
 
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