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Fledder - Stadtteilwanderung

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Osnabrück/Fledder

Stadtteilwanderung

 

Start
Parkplatz beim Realkauf
Carl-Fischer-Straße 1
49084 Osnabrück


Charakter/Anspruch
X
ca 3,5 km
16 Höhenmeter

Haseuferweg, Pfad auf dem Eisenbahndamm

Besonderheiten
(Industrie)brachland mit Ruderalpflanzen
 

Juni 2012
 

Bei diesem Track handelt es sich um eine Wanderung vorwiegend auf grünen Wegen und Pfaden in Osnabrück innerhalb der Stadtteilgrenzen des Stadtteils Fledder.

Der Fledder ist seit 1962 ausgeschriebenes Industriegebiet mit einem großen zentralen Rangier- und Verschiebebahnhof. Der Name "Fledder" lehnt sich an die alte Flurbezeichnung "Fladder" an. So nannte man diese feuchte Graslandschaft mit ihren schwankenden Böden, in die das Wasser nur sehr langsam einsickerte, so dass dieses Gebiet früher nur als Weidegebiet genutzt werden konnte. Später wurde es Industriegebiet.

Verlauf:
Start ist am Parkplatz beim Realkauf an der Carl-Fischer-Straße (Diese geht von der Schellenbergstraße ab)

Der Track führt entlang des Haseuferweges und über den Bahndamm durch den wieder grünen Hinterhof des Industriegebietes Fledder. Die Natur erobert sich gerade einen Teil des Geländes nach dem Abbruch des alten Eisen- und Stahlwerks (Klöckner Werke) wieder zurück. Ruderalpflanzen prägen als Pionierpflanzen momentan dieses Gebiet und machen es von daher interessant.

 
Osnabrück / Fledder
 
Aktualisiert und erweitert am 19.07.2014:
 
Im Fledder durchs Grüne schlendern.
Das ist doch Industriegebiet, wo soll da Grün sein? So oder ähnlich sind meist die ersten Reaktionen, die ich nach diesem Satz ernte.
Hasepark – das ist doch kein Park zum Spazierengehen, das ist doch ein Gewerbepark.
Umso überraschter, aber auch erfreut war ich, als ich erfuhr, dass gerade diese Tour in der Serie „Wanderlust“ der NOZ vorgestellt werden sollte (NOZ-Printausgabe vom 19.07.2014).

Ein Anlass für mich diesen Track nach 2 Jahren noch einmal zu gehen.
Leben ist Veränderung, im Großen wie im Kleinen, auch wenn der Rahmen gleich bleibt.


Da ist natürlich immer der Wechsel der Jahreszeiten und des Wetters.
Binsen und Schilf wirken im Sommer intensiv sattgrün, dazu gibt es an vielen Stellen kleine oder größere Wildblumenteppiche.
Im Frühling dagegen ist der Kreislauf von Werden und Vergehen besonders deutlich. Das noch stehende bereits verwelkte Schilf wirkt dann fahlblass bei wolkenverhangenem Himmel, jedoch leuchtend golden im Sonnenschein. Dazu der hellgrüne Hoffnungsschimmer der Baumkronen, der die Kahlheit der Bäume im Winter vergessen lässt.
Gerne stelle ich mir auch vor, wie dieses Gebiet im bunten Herbstkleid aussehen mag. Oder im Winter. Nur leicht gepudert oder gewärmt von einer dicken Schneedecke.
Nur – zu diesen Zeiten bin ich hier noch nicht herumgestromert.
 
Hasepark im Fledder - Osnabrück
 
Früher war der Fledder einmal feuchtes Weideland, durchflossen von der Hase. Diese führt auch heute noch durch den Fledder, doch neben Feuchtgebieten kamen extrem trockene Böden dazu, Industriebrachland.
1868 war hier das Eisen- und Stahlwerk gegründet worden, in unmittelbarer Nähe der Schienenstränge der Eisenbahn und des Bahnhofs. 1989 ging der letzte Ofen der Klöcknerwerke aus. Arbeitsplätze waren verloren, die Menschen mussten mit diesen Veränderungen klarkommen, genauso wie die Natur. Die meisten Gebäude des ehemals für Osnabrück bedeutenden Werkes wurden quasi abrasiert und die Fläche der Natur überlassen. Nur bei Magnum findet noch eine mechanische Stahlbearbeitung statt und eine weitere ehemalige Halle wird jetzt als Skate-Halle genutzt.
Vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude von Klöckner erinnert ein geschmiedeter Schiffssteven als Industriedenkmal  an diese stählerne Ära.
 
Hasepark im Fledder/Osnabrück
 
Den Trackverlauf musste ich jetzt (2014) ein wenig ändern. Er hätte sonst über abgesperrtes Baugelände geführt. Hier entsteht der Neubau der Zustellbasis für die Deutsche Post DHL Osnabrück. Auf die übliche gelbe Fassade soll verzichtet werden, weil sie hier in der Stadt als zu aufdringlich empfunden würde. (?)
Das Blumenmeer direkt daneben jedoch liebt die Farbe Gelb. Seit 2012 hat sich hier das giftige Jakobskreuzkraut mit seinen gelben Blüten großflächig ausgebreitet. Ob der Jakobskrautbär, ein auffällig roter Falter, auch Karminbär oder Blutbär genannt, das Jakobskreuzkraut in diesem Gebiet bisher noch nicht entdeckt hat? Dabei hat er sich genau auf diese Pflanzen spezialisiert. Aber vielleicht findet ja der ein oder andere Spaziergänger bis Ende August hier doch schon die ersten Jakobskrautbärraupen. Für mich sind es „Biene-Maja-Raupen“ - wegen ihrer auffällig gelb-schwarzen Färbung.
Auf Wanderungen in den Stadtteilen Atter, Schölerberg und Nahne habe ich sie jedenfalls schon entdeckt.

2012 begrüßte mich im Hasepark noch der pelzige blau blühende Natternkopf, auch „stolzer Heinrich“ genannt. Ob er sich bei meinem Gang 2014 nur versteckt hielt oder als echter Pionier längst auf einer anderen Industriebrachfläche arbeitet, habe ich bei diesem Gang nicht ausreichend genau beobachten können. Auch die Färberkamille habe ich diesmal an mir bekannten Stellen vermisst.
Geblieben ist aber die reichhaltige Insektenwelt, Bienen, Grashüpfer, Libellen, Schmetterlinge, … ein stadtinternes etwas wildes Paradies für Naturfreunde und Freunde der Makrofotografie.


Über die Gefahren, die vom Jakobskreuzkraut für Menschen und Tiere ausgehen, und der Notwendigkeit politisch und praktisch zu handeln, informiert die Homepage des Arbeitskreises Kreuzkraut e.V. http://www.jacobskreuzkraut.de/.
 
Pflanzenwelt im Hasepark Fledder/Osnabrück
 
Neu und erfreulich bzgl. des Erholungswertes im grünen Netz der Stadt Osnabrück:
Entlang des Haseuferweges hier im Hasepark wurden mehrere Outdoor-Fitness-Geräte aufgestellt.
Auf Grund von Baumpatenschaften konnten etliche Obstbäume am Wegesrand gepflanzt werden.
Und es kann Basketball gespielt werden: „Do not hang on the ring“ ist in der Freiluft-„Arena“ zu lesen.

Darüber hinaus hat mich die besondere Erinnerungskultur hier im Hasepark beeindruckt.

Der Weg über den Bahndamm ist inzwischen von hohen Brombeerbüschen gesäumt. Die ersten Beeren sind schon reif. Ob man sie aber bedenkenlos essen kann? Wachsen sie weit genug von den Bahnschwellen und den evtl. mit Herbizid behandelten Gleisbetten entfernt? (19.07.2014)
 
Hasepark Fledder in Osnabrück
 
Hier geht es zum Artikel in der NOZ vom 17.07.2014 zu diesem Wandervorschlag:
http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/491637/unterwegs-uber-das-ehemalige-klockner-gelande

 


 
 
Eine kleine Bitte
Da wir nur allzu gerne immer wieder neue Wandertouren ausprobieren, ist es uns leider zeitlich nicht möglich, die verschiedenen älteren Wandervorschläge regelmäßig zu aktualisieren.
Vielleicht funktioniert deshalb so mancher Link nicht mehr oder es wird zu falschen Seiten weitergeleitet. Tracks können evtl. nicht mehr vollständig nachgewandert werden; z.B. wegen neuer Baugebiete, neu angelegter Straßen, zugewucherter Pfade, gesperrter Wege, ... Vorgeschlagene Einkehrmöglichkeiten, Wanderkarten wird es eventuell nicht mehr geben...
Dafür möchten wir um Verständnis bitten. Natürlich freuen wir uns, wenn uns solche Veränderungen über das
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Wandern in und um Osnabrück / GPS-Touren und mehr
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